Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
+++ Bestellungen vom 28. und 29. August werden wegen Inventur erst am 01. September bearbeitet +++
Menü

09.05.25

vorschaubild-kaffeepreis-900x400px

Steigende Kaffeepreise - Gründe und Ausblick

Hast du es auch schon gemerkt? Kaffee wird gerade immer teurer, und die Preise steigen gefühlt nur in eine Richtung: nach oben. Aber warum eigentlich? In diesem Newsletter werfen wir einen Blick auf die Hintergründe des Preisanstiegs und erklären, was aktuell auf dem Kaffeemarkt passiert.

Wetterextreme und schlechte Ernten – das Angebot schrumpft

2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In den wichtigsten Anbauländern wie Brasilien, Vietnam und Kolumbien gab es massive Probleme mit Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen. Das hatte enorme Auswirkungen auf die Kaffeepflanzen, und die Ernten fielen deutlich kleiner aus als sonst.

Insgesamt fehlen weltweit rund 18 Millionen Säcke Rohkaffee – eine gewaltige Menge.

Aber nicht nur das Wetter spielt eine Rolle. Auch die Produktionskosten sind gestiegen. Dünger ist wegen globaler Lieferengpässe teurer geworden, und auch die Preise für Treibstoff und Arbeitskräfte steigen. Das macht den Kaffeeanbau auf der ganzen Welt kostspieliger.

Mehr Nachfrage, weniger Kaffee – und das treibt die Preise

Während das Angebot schrumpft, wächst gleichzeitig die Nachfrage – vor allem in Ländern wie China und Indien. Besonders in China boomt der Kaffeemarkt, und chinesische Händler kaufen mittlerweile ganze Robusta-Ernten auf.

Das setzt die Kaffeeversorgung weiter unter Druck. Weil Robusta knapp wird, steigen auch die Preise für diese Sorte. Viele Röstereien versuchen, stattdessen mehr Arabica-Kaffee zu nutzen, aber auch das hat Konsequenzen: Wenn plötzlich mehr Arabica gefragt ist, steigen auch hier die Preise.


vertrocknete Kaffeebäume im Oktober 2024 in Brasilien

Spekulationen an der Börse – Kaffee wird zur Geldanlage

An den großen Rohstoffbörsen wird Kaffee gehandelt wie eine Aktie oder ein Edelmetall – und wenn das Angebot knapp wird, wittern Spekulanten ihre Chance.

2025 erreichte der Preis für Arabica-Bohnen den höchsten Stand seit 1977. An der Börse werden Terminkontrakte für über 400 US-Cent pro Pfund gehandelt (Stand März 2025). Diese spekulativen Käufe treiben die Preise zusätzlich in die Höhe und sorgen für noch mehr Schwankungen.

Warum ist Robusta-Kaffee besonders betroffen?

Vielleicht hast du dich auch schon gewundert, warum gerade Robusta-Kaffee, der früher als günstigere Alternative galt, mittlerweile besonders teuer ist.

Ein wichtiger Grund dafür ist das Wetter. Die Hauptanbauländer für Robusta, allen voran Vietnam und Indonesien, wurden von extremen Wetterereignissen getroffen. Dadurch gibt es weniger Robusta auf dem Markt, und die Preise steigen.

Doch nicht nur das Wetter ist schuld. Ein riesiges Problem ist aktuell der Schiffsverkehr durch das Rote Meer.
Diese Route ist entscheidend für den weltweiten Handel zwischen Asien und Europa – also genau die Strecke, die der Robusta-Kaffee aus Vietnam nehmen muss. Doch wegen der Konflikte in der Region, vor allem im Jemen, ist die Schifffahrt dort gefährlich geworden.

Viele Reedereien meiden die Route und nehmen stattdessen den deutlich längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Die Folgen sind dramatisch:

Früher hat der Transport eines Containers mit Rohkaffee etwa 2.000 bis 3.000 US-Dollar gekostet. Mittlerweile liegt der Preis, je nach Herkunftsregion des Kaffees, bei bis zu 10.000 US-Dollar – eine massive Steigerung.



Verdienen die Kaffeebauern an den steigenden Preisen?

Hier gibt es nur eine ehrliche Antwort: Jein.

Auf den ersten Blick könnte man denken, dass die Kaffeebauern von den höheren Preisen profitieren. Schließlich orientieren sich auch ihre Verkaufspreise an der Börse – selbst wenn sie ihren Kaffee gar nicht direkt dort handeln.
Allerdings gibt es auch große Nachteile.

Viele Bauern haben langfristige Verträge mit Kaffee-Kooperativen, in denen sie ihre Ernte zu festen Preisen verkaufen. Diese Preise wurden oft vor Monaten oder Jahren festgelegt und liegen nun weit unter dem aktuellen Marktpreis.
Zusätzlich gibt es ein weiteres Problem: Immer weniger Menschen wollen als Pflücker auf den Kaffeeplantagen arbeiten. Die harte Arbeit wird schlecht bezahlt, und in vielen Anbauländern ziehen Arbeiter in die Städte, wo sie auf bessere Jobs hoffen. Das bedeutet, dass die Plantagenbesitzer höhere Löhne zahlen müssen, um überhaupt noch genug Pflücker zu finden.

Langfristig könnte sich die Preissteigerung aber positiv für die Bauern auswirken. Denn wenn Kaffee wieder als Luxusgut wahrgenommen wird, könnte das dazu führen, dass sich höhere Preise dauerhaft durchsetzen lassen – und die Kaffeebauern fairer bezahlt werden.

Wie reagieren die Kaffeeröstereien?

Besonders stark betroffen sind Röstereien, die günstigeren Röstkaffee für den Massenmarkt herstellen. Ihre ohnehin schon geringen Margen lassen kaum Spielraum, sodass sie gezwungen sind, die Preise spürbar zu erhöhen – teilweise um bis zu 5 CHF pro Kilo.

Viele Röstereien versuchen nun, ihre Mischungen so anzupassen, dass sie weniger teuren Robusta enthalten und stattdessen mehr Arabica nutzen. Doch wie bereits erwähnt, führt das auch hier zu steigenden Preisen.

Anders sieht es bei Röstereien aus, die schon immer auf hochwertige Rohkaffeequalitäten gesetzt haben.

80% Preisanstieg in den letzten 12 Monaten

Diese Spezialitätenröstereien haben ihre Bohnen ohnehin schon zu höheren Preisen eingekauft. Dadurch sind sie nicht so extrem von den Preisanstiegen betroffen und können ihre Margen etwas anpassen, um die Preissteigerungen für ihre Kunden in Grenzen zu halten.

Ein sehr gutes Beispiel dafür sind wir bei Tropical Mountains: Da wir von Anfang an auf hohe Qualität gesetzt haben, können wir unsere Verkaufspreise moderat anpassen – mit einer Erhöhung von etwa 2 CHF.

Mein persönliches Fazit: Kaffee wird teurer – und das wird so bleiben

Egal ob durch Wetterextreme, steigende Produktionskosten, höhere Nachfrage oder Probleme beim Transport – die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Kaffee langfristig nicht mehr so günstig sein wird, wie wir es gewohnt waren.
Doch vielleicht hat das auch eine gute Seite: Kaffee könnte wieder zu dem werden, was er früher einmal war – ein besonderes Genussmittel, das mit Respekt behandelt wird.

Und wenn das bedeutet, dass Kaffeebauern fairer bezahlt werden und nachhaltiger wirtschaften können, dann ist der höhere Preis vielleicht gar nicht so schlimm.

Dein Thomas